TEURES TIERFUTTER

Eine Krone macht noch kein gutes Futter

«Unsere Katzen bekommen nur das Beste!»
Das erklärte mir kürzlich eine Kundin voller Überzeugung.
Auf meine Frage, was ihre Katzen denn fressen, holte sie stolz eine Packung Katzenfutter.
Ich schaute auf die Zusammensetzung.
Und wäre beinahe vom Stuhl gefallen.
«Das ist ein ganz teures Futter. Das besorgen wir extra!», erklärte sie mir.
Und genau da liegt das Problem.
Teures Tierfutter ist kein Qualitätsnachweis.
Vor rund 20 Jahren empfahl uns ein befreundeter Marketingleiter eines renommierten Futtermittelherstellers sein Futter. Wir vertrauten ihm und fütterten es voller Überzeugung unseren Hunden.
Einige Jahre später lernte ich als Filialleiterin bei Fressnapf die Eigenmarke kennen. Auch dort glaubte ich zunächst, was mir über die Qualität erzählt wurde, und wechselte das Futter.
Dabei hatte ich unterschwellig immer wieder ein ungutes Gefühl.
Warum bloss braucht ein angeblich hochwertiges Futter so viele chemische Zusätze? Und weshalb produzierten die Hunde, die ich zuvor in meiner Hundebetreuung betreut hatte und die mit solchen renommierten Futtermitteln gefüttert wurden, teilweise riesige Kothaufen? Diese Beobachtungen machten mich schon damals stutzig.... – doch letztlich liess ich mich von den überzeugenden Erklärungen der Hersteller immer wieder beruhigen -
Mit meinem roten T-Shirt und der Aufschrift «Filialleitung»
war ich für viele Kunden die wandelnde Wahrheit über Tierernährung.
Dabei gab ich selbst unwissentlich weiter, was man mir zuvor überzeugend erzählt hatte.
Ein Buch, das meinen Blick auf Tierfutter für immer veränderte
Gleich zu Beginn meiner Ausbildung zur Ernährungsberaterin wurde mir das Buch «Katzen würden Mäuse kaufen» von Hans-Ulrich Grimm empfohlen.
Dieses Buch wurde für mich zu einem Schlüsselmoment.
Es öffnete mir nicht einfach nur die Augen. Es liess mir regelrecht einen kalten Schauer über den Rücken laufen.
Plötzlich begann ich zu begreifen, wie viel ich bis dahin ungeprüft geglaubt und selbst an meine Kunden weitergegeben hatte.
Das war erschreckend. Aber es war auch der Anfang einer grundlegenden Veränderung.
Dieses Buch war ein wesentlicher Baustein auf meinem Weg zu der Ernährungsberaterin, die ich heute bin. Ich kann es jedem ans Herz legen, der sich kritisch mit der Futtermittelindustrie auseinandersetzen möchte.
Heute möchte ich nicht mehr, dass Menschen mir einfach glauben. Ich möchte ihnen erklären, wie sie selbst überprüfen können, was tatsächlich im Futter ihrer Tiere steckt.
Es geht mir nicht darum, gegen Hersteller oder Fachgeschäfte zu schiessen.
Es geht um Aufklärung.
Denn ich weiss aus eigener Erfahrung, wie leicht man etwas glaubt, wenn einem das Wissen fehlt, um es zu hinterfragen.
Und genau deshalb ist Aufklärung heute ein wichtiger Teil meiner tiertherapeutischen Arbeit.
Die 4-%-Lüge: Was bedeutet «mit Huhn» wirklich?
Viele Tierhalter glauben, dass ein Futter mit der Aufschrift «mit Huhn» überwiegend aus Huhn besteht.
Doch bei dieser Bezeichnung können bereits 4 % Huhn ausreichen.
«Mit Huhn» bedeutet also keineswegs, dass der Hauptbestandteil Huhn ist.
Und Huhn ist nicht dasselbe wie Hühnerfleisch!
Auch Angaben wie:
«Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (Huhn 30 %)»
werden häufig falsch verstanden.
Die (in Klammer gemachten Prozentangaben) beziehen sich nicht automatisch auf das gesamte Futter. Entscheidend ist, worauf sich die Prozentangabe innerhalb der Deklaration bezieht. Und selbst wenn Huhn enthalten ist, sagt das noch nichts darüber aus, welche Teile des Tieres verarbeitet wurden.
Eine grosse Prozentzahl ist noch lange kein Beweis für einen hohen Fleischanteil, wenn sie nicht offen deklariert wird.
Genau deshalb muss man Futtermitteldeklarationen lesen und verstehen können.
Eine Krone macht noch kein gutes Futter
Eine exklusive Marke, eine schöne Verpackung und ein stolzer Preis sind keine Qualitätsgarantie.
Genauso wenig wie ein rotes T-Shirt mit der Aufschrift «Filialleitung». 😉
Heute gehört es zu meiner Arbeit als Tiertherapeutin und Ernährungsberaterin, Menschen zu erklären, was tatsächlich auf ihrer Futterverpackung steht.
Nicht, um jemanden blosszustellen.
Sondern weil ich aus eigener Erfahrung weiss, wie leicht man Werbeversprechen für Fachwissen halten kann.
Meiner Kundin sagte ich deshalb lediglich: «Schau dir doch einmal die Zusammensetzung an.»
Und bot ihr meine Unterstützung an, falls sie mehr darüber erfahren möchte.
Denn wer seinem Tier wirklich etwas Gutes tun möchte, sollte nicht nur wissen, was sein Futter kostet, sondern auch, was darin steckt.
Weisst du, was wirklich im Napf deines Tieres landet?
Ich unterstütze dich gerne dabei, die Zusammensetzung deines bisherigen Futters zu verstehen oder eine passende Alternative zu finden.
Jacqueline
Tiertherapeutin & Ernährungsberaterin
gesHUNDesleben – Tiertherapeutische Praxis
Ursachen verstehen, nicht nur Symptome behandeln
Erfahre mehr über meine Arbeit HIER




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