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ENERGIEBEDARF BEIM HUND
Warum kleine Hunde mehr Futter brauchen als große

Warum kleine Hunde prozentual mehr Futter brauchen als große Hunde
Stoffwechsel, Körperoberfläche & Energiebedarf einfach erklärt
Viele Hundehalter sind überrascht, wenn sie ihre Futterration berechnen:
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Ein 30-kg-Hund kommt mit ca. 2 % seines Körpergewichts aus.
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Ein 3-kg-Chihuahua braucht hingegen 3–4 % seines Körpergewichts.
Wie kann das sein?
Müsste ein großer Hund nicht automatisch mehr Energie verbrauchen?
Die Antwort liegt im Stoffwechsel und in der Körperoberfläche.
1. Der entscheidende Punkt: Verhältnis von Oberfläche zu Körpermasse
Je kleiner ein Lebewesen ist, desto größer ist seine Körperoberfläche im Verhältnis zu seinem Volumen.
Das bedeutet:
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Kleine Hunde verlieren verhältnismäßig mehr Wärme über ihre Haut
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Sie müssen mehr Energie aufbringen, um ihre Körpertemperatur stabil zu halten
-
Ihr Stoffwechsel arbeitet schneller
Ein Chihuahua ist – bildlich gesprochen – wie ein kleines Haus mit dünnen Wänden.
Ein Labrador ist eher ein massives Gebäude mit dicker Isolierung.
Je größer der Hund, desto besser „isoliert“ er sich über seine eigene Körpermasse.
2. Wärmeverlust = Energieverbrauch
Wärmeverlust kostet Energie.
Kleine Hunde:
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frieren schneller
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zittern schneller
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reagieren sensibler auf Kälte
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verbrauchen schneller Energiereserven
Deshalb brauchen sie pro Kilogramm Körpergewicht mehr Kalorien.
Große Hunde:
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verlieren weniger Wärme pro Kilogramm
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haben eine geringere Stoffwechselrate pro kg
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kommen mit weniger Prozent vom Körpergewicht aus
3. Der Stoffwechsel skaliert nicht linear
Der Energiebedarf steigt nicht proportional zum Gewicht.
Beispiel:
Ein 3-kg-Hund benötigt nicht einfach ein Zehntel der Energie eines 30-kg-Hundes –
sondern pro Kilogramm deutlich mehr.
In der Physiologie spricht man hier vom sogenannten allometrischen Wachstum:
Der Grundumsatz steigt mit der Körpermasse, aber nicht im gleichen Verhältnis.
Formelhaft vereinfacht:
Der Energiebedarf steigt ungefähr mit der Potenz von 0,75 – nicht mit 1.
Das bedeutet:
Je größer der Hund, desto weniger Energie benötigt er pro Kilogramm Körpergewicht.
4. Typische Richtwerte in der Praxis
Natürlich immer abhängig von Aktivität, Alter, Hormonstatus und Fütterungsart:
Gewichtsklasse Durchschnittliche Futtermenge
2–5 kg ca. 3–4 % des Körpergewichts
5–15 kg ca. 2,5–3 %
20–40 kg ca. 2 %
40 kg ca. 1,5–2 %
Ein Chihuahua kann also durchaus 4 % benötigen,
während ein 35-kg-Hund mit 2 % sehr gut versorgt ist.
Wichtig: Das sind Orientierungswerte, keine starren Regeln.
5. Warum kleine Hunde schneller unterzuckern können
Durch ihren schnelleren Stoffwechsel:
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entleeren sich Energiespeicher schneller
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reagieren sie sensibler auf Futterpausen
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können sie schneller in Unterzucker geraten
6. Warum große Hunde oft mit „weniger“ auskommen
Ein großer Hund:
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hat eine größere Muskel- und Fettmasse als Energiespeicher
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verliert weniger Wärme pro kg
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arbeitet metabolisch „ökonomischer“
Deshalb wirkt es oft so, als würde er „weniger brauchen“ – tatsächlich ist sein Stoffwechsel einfach effizienter organisiert.
7. Warum Prozentrechnungen alleine nicht ausreichen
Die Prozentformel ist nur ein Startpunkt.
Entscheidend sind zusätzlich:
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Verwertbarkeit des Futters
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Proteinqualität
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Fettanteil
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Darmgesundheit
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Stresslevel
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hormonelle Situation
Ein Hund mit schlechter Nährstoffaufnahme braucht mehr Menge.
Ein Hund mit hochwertigem, gut verwertbarem Futter oft weniger.
8. Fazit
Kleine Hunde sind keine „Mini-Großhunde“.
Sie haben:
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einen schnelleren Stoffwechsel
-
höheren Wärmeverlust
-
einen höheren Energiebedarf pro Kilogramm
Deshalb benötigen sie prozentual mehr Futter vom Körpergewicht als große Hunde.
Und genau deshalb ist eine individuelle Berechnung so wichtig –
nicht jede Prozentangabe passt zu jedem Hund.
Wenn große Hunde bei hochwertiger Fütterung zuerst abnehmen
– warum das kein Fehler ist -
Viele Halter erschrecken: Sie stellen auf hochwertiges, bioverfügbares, natürliches Futter um – und der große Hund nimmt zunächst ab.
Der erste Impuls: „Er bekommt zu wenig – wir müssen die Menge erhöhen!“
Doch genau hier beginnt oft das Problem. Warum große Hunde zu Beginn Gewicht verlieren können
Gerade Hunde ab ca. 20 kg Körpergewicht bringen häufig mit:
Stoffwechselträgheit
Wassereinlagerungen
subklinische Entzündungen
Darmfehlbesiedlung
schlechte Fettverwertung
Überlastung von Leber & Bauchspeicheldrüse
Wird nun hochwertiges, natürliches Futter gegeben, passiert Folgendes:
Der Körper beginnt zu regulieren.
Wassereinlagerungen werden reduziert.
Entzündliche Prozesse fahren herunter.
Die Verdauung stellt sich um.
Der Stoffwechsel wird effizienter.
Was auf der Waage sichtbar wird, ist oft kein „echter Gewichtsverlust“, sondern:
Abbau von eingelagertem Wasser
Entlastung des Systems
Reduktion von Füllmasse im Darm
Das ist eine Anpassungsphase – keine Mangelversorgung.
Die große Falle: Wahllose Futtererhöhung
Viele Halter reagieren reflexartig: „Er nimmt ab – also bekommt er mehr Futter.“ Doch wenn der Stoffwechsel noch nicht stabil ist, kann Folgendes passieren:
Die Fettverwertung ist noch eingeschränkt.
Die Darmflora ist noch im Umbau.
Enzymproduktion ist noch nicht optimal.
Die Nährstoffaufnahme funktioniert noch nicht effizient.
Mehr Futter bedeutet dann nicht mehr Nährstoffaufnahme. Stattdessen entsteht:
Mehr Verdauungsbelastung
Mehr Stoffwechselstress
Unvollständige Verwertung
Weitere Gewichtsabnahme
Und genau hier entsteht der gefühlte „Jojo-Effekt“. Der Hund nimmt nicht zu – sondern verliert weiter Substanz, weil der Körper mit der Menge überfordert ist.
Wichtiger Hinweis bei Gewichtsabnahme nach Futterumstellung
Gerade große Hunde können nach Umstellung auf hochwertiges, natürliches Futter zunächst Gewicht verlieren.
Das bedeutet nicht automatisch Unterversorgung. Oft handelt es sich um:
Entwässerung
Stoffwechselregulation
Entlastung des Darms
Abbau von Füll- und Entzündungsmasse
Eine unkontrollierte Erhöhung der Futtermenge kann:
die Verdauung überforderndie
Fettverwertung blockieren
zu weiterer Gewichtsabnahme führen
Futtermengen sollten deshalb schrittweise und stoffwechselangepasst angepasst werden – nicht wahllos erhöht.
Oft ist es sinnvoller:
gezielt hochwertige Fette anzupassen
Enzymaktivität zu unterstützen
die Darmflora zuerst zu stabilisieren
Stoffwechselregulation braucht Zeit.
Warum Fettanpassung oft sinnvoller ist als Mengensteigerung
Fett ist der energiereichste Makronährstoff.
1 g Fett liefert mehr als doppelt so viel Energie wie Protein oder Kohlenhydrate.
Deshalb ist es häufig effektiver: moderat den Fettanteil zu erhöhen stattdie Gesamtmenge drastisch zu steigern.
Das entlastet den Verdauungstrakt und unterstützt eine kontrollierte Gewichtsentwicklung.
Fazit
Gewicht ist kein isolierter Wert. Es ist ein Ausdruck von:
Stoffwechselgesundheit
Darmfunktion
Hormonlage
Entzündungsstatus
Nährstoffverwertung
Mehr Futter ist nicht automatisch mehr Versorgung. Manchmal braucht der Körper zuerst Regulation –bevor Aufbau möglich ist.
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