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Symptome beim Hund - Bitte einmal Veränderung – aber bitte ohne Veränderung

Autorenbild: gesHUNDesLeben Tiertherapie | Tierheilpraktiker | Ernährungsberatung
gesHUNDesLeben Tiertherapie | Tierheilpraktiker | Ernährungsberatung
vor 13 Minuten
3 Min. Lesezeit

Es ist ein Wunsch, dem ich in meiner Arbeit immer wieder begegne


Ursache Hund

Der Hund hat Durchfall.

Er schmatzt.

Er kratzt sich.

Er erbricht.

Er frisst Gras.

Die Verdauung spielt verrückt.


Also soll sich etwas verändern.

Möglichst schnell.


Ein anderes Futter vielleicht. Ein neues Pulver. Ein Nahrungsergänzungsmittel. Ein Darmaufbau. Irgendetwas, das man austauschen, hinzufügen oder weglassen kann – und dann sollte das Problem bitte verschwinden.


Aber was passiert, wenn das Symptom gar nicht isoliert betrachtet werden kann?


Ganzheitlich klingt schön – bis wir das Ganze anschauen


Ganzheitliche Tiertherapie bedeutet für mich nicht, möglichst viele Mittel gleichzeitig einzusetzen.

Es bedeutet, Zusammenhänge anzuschauen.


Was frisst der Hund tatsächlich – nicht nur morgens und abends aus seinem Napf?

Wie viele Leckerli, Kauartikel und Trainingsbelohnungen kommen über den Tag dazu?

Wie häufig wird gefüttert?

Wie sieht sein Alltag aus?

Wie viel Ruhe bekommt er?

Wie viel Aufregung erlebt er?

Wie reguliert ist sein Nervensystem?

Wie lebt dieser Hund mit seinen Menschen?


Welche anderen Behandlungen, Medikamente, Nahrungsergänzungen oder therapeutischen Empfehlungen laufen gleichzeitig?


Und manchmal wird es genau an dieser Stelle unbequem.


Denn plötzlich lautet die mögliche Veränderung nicht mehr: „Gib Deinem Hund dieses Pulver.“ Sondern vielleicht: „Wir sollten uns anschauen, was Ihr im Alltag anders machen könntet.“


Und das ist eine ganz andere Hausnummer.


Bitte das Symptom entfernen – meine Komfortzone möchte ich behalten


Ich verstehe den Wunsch nach einer schnellen Lösung.


Wer einen Hund mit Beschwerden hat, möchte, dass es ihm möglichst schnell besser geht. Aber Regulation funktioniert nicht auf Bestellung.


Und ganzheitliche Arbeit bedeutet nicht, dass ich aus einem komplexen Geschehen irgendwo ein einzelnes Rädchen herausziehe, daran drehe und anschließend garantieren kann, dass alles wieder funktioniert.


Manchmal braucht ein Organismus Zeit.

Manchmal müssen wir ausprobieren.


Manchmal zeigt eine Veränderung Wirkung und an anderer Stelle taucht eine neue Information auf.


Manchmal müssen wir unsere erste Hypothese wieder verwerfen.


Und manchmal liegt der nächste sinnvolle Schritt genau dort, wo ein Mensch eigentlich nichts verändern möchte.


Dann entsteht ein Widerspruch:

Bitte finde heraus, warum mein Hund diese Beschwerden hat.

Aber bitte lass möglichst alles unangetastet, was möglicherweise damit zusammenhängen könnte.


Das kann ich nicht leisten.


Zu viele Köche verderben manchmal tatsächlich den Brei


Noch schwieriger wird es, wenn gleichzeitig mehrere Fachpersonen mit völlig unterschiedlichen Konzepten beteiligt sind.


Tierarzt. Ernährungsberatung. Hundetraining. Tierkommunikation. Therapie. Nahrungsergänzung. Vielleicht noch Empfehlungen aus dem Internet, von Freunden oder aus sozialen Medien.


Jeder betrachtet einen anderen Ausschnitt.

Das ist grundsätzlich nicht falsch.


Problematisch wird es, wenn all diese Ansätze gleichzeitig umgesetzt werden – und anschließend eine einzelne Fachperson dafür verantwortlich sein soll, dass das gewünschte Ergebnis nicht eintritt.


Ich kann andere Empfehlungen respektieren.

Ich muss sie aber nicht automatisch zu meiner eigenen Fachmeinung machen.


Und ich kann nicht sinnvoll beurteilen, ob mein therapeutischer Ansatz funktioniert, wenn gleichzeitig an fünf anderen Stellen verändert, ergänzt, abgebrochen oder gegengesteuert wird.


Ganzheitlich bedeutet für mich deshalb auch: Zusammenhänge erkennen – aber Zuständigkeiten unterscheiden.


Ich begleite. Ich zaubere nicht.

Ich kann eine Anamnese machen.

Ich kann Zusammenhänge erkennen.

Ich kann aufgrund meiner Erfahrung eine fachliche Hypothese entwickeln.


Ich kann Empfehlungen aussprechen und erklären, warum ich einen bestimmten Weg für sinnvoll halte. Ich kann beobachten, anpassen und gemeinsam mit dem Tierhalter neu hinschauen, wenn etwas nicht funktioniert.


Aber ich kann kein Ergebnis garantieren.


Und ich kann vor allem keine Veränderung herstellen, wenn die dafür notwendigen Veränderungen nicht stattfinden sollen.


Das ist keine mangelnde Ganzheitlichkeit.

Das ist die Grenze meiner Wirksamkeit.


Denn ganzheitliche Begleitung bedeutet nicht: „Jacqueline, hier ist mein Problem. Löse es.“ Sie bedeutet: „Wir schauen gemeinsam hin. Und jeder übernimmt den Teil, für den er verantwortlich ist.“


Vielleicht ist genau das der unbequemste Teil jeder echten Veränderung.


Ein neues Futter zu kaufen ist einfach.

Ein Pulver in den Napf zu geben ebenfalls.


Den eigenen Alltag, Gewohnheiten, Erwartungen oder den Umgang mit dem Tier anzuschauen, kann deutlich unbequemer werden.


Aber manchmal beginnt genau dort die eigentliche Arbeit.


Und vielleicht sollte deshalb die Frage nicht nur lauten:

„Was kann ich meinem Hund noch geben?“


Sondern auch:

„Was bin ich bereit zu verändern?“


Erfahre mehr über meine ganzheitliche Sicht meiner Arbeit HIER

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