Warum Medikamente und Diätfutter bei Hunden nur Symptome lindern – und was wirklich langfristig hilft
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- 6. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Ein Aufklärungsbeitrag aus tiertherapeutischer Sicht (Schwerpunkt Ernährung)

Magen-Darm-Probleme, Hauterkrankungen, Allergien und Futterunverträglichkeiten gehören heute zu den häufigsten gesundheitlichen Herausforderungen bei Hunden. Die klassischen tierärztlichen Maßnahmen bestehen meist aus einer Kombination aus Medikamenten und darauf abgestimmten Diätfuttermitteln. Diese Maßnahmen können akut sehr wertvoll sein – sie lindern Symptome, stabilisieren den Hund und sind oft unverzichtbar, wenn ein Tier in einem kritischen Zustand ist.
Doch viele Hundehalter erleben:
Kaum ist das Medikament abgesetzt oder das Diätfutter gewechselt, kehren die Probleme zurück.Hier stellt sich eine wichtige Frage: Warum scheint die Therapie kurzfristig zu helfen, aber nicht langfristig?
1. Medikamente: Notwendig – aber selten ursachenbezogen
Medikamente wie Antiemetika, Durchfallmittel, Cortison oder Allergiemittel spielen in der Akutphase eine wichtige Rolle. Sie:
reduzieren Entzündungen
stoppen Erbrechen oder Durchfall
beruhigen den Juckreiz
stabilisieren den Kreislauf
geben dem Körper Zeit, sich zu erholen
Doch Medikamente wirken vor allem auf Symptome, nicht auf die Ursache.
Ein Beispiel:
Ein Hund mit chronischem Durchfall erhält ein Mittel zur Stabilisierung der Darmflora oder gegen Erbrechen.
Das Tier fühlt sich besser – doch warum der Darm überhaupt gereizt ist, bleibt oft ungeklärt.
Auch bei Hautproblemen ist es ähnlich:Cortison, Apoquel oder Cytopoint unterdrücken Juckreiz und Entzündung – aber sie heilen die underlying Ursache nicht.
Langfristig kann dadurch ein Teufelskreis entstehen:Symptom → Medikament → Symptom → Medikament… während die Ursache weiterbesteht.
2. Diätfuttermittel: in schweren Fällen hilfreich, aber nur eine Zwischenlösung
Diätfuttermittel sind ein wichtiges therapeutisches Werkzeug – keine Frage. Bei gesundheitlichen Problemen können sie den Organismus kurzfristig entlasten, sie sind aber in den wenigsten Fällen wirklich notwendig.
Viele dieser Futtermittel sind stark verarbeitet und basieren auf:
hydrolysierten Proteinen
hochverarbeiteten Kohlenhydratquellen
synthetischen Zusätzen
Konservierungsmitteln
Sie sind entwickelt, um den Körper zu entlasten, nicht um ihn zu stärken.
Im Fall von Futtermittelunverträglichkeiten bedeutet das: Das Diätfutter reduziert die Reaktion – aber es repariert nicht die Darmbarriere, die häufig gestört ist.
Und bei Magen-Darm-Problemen: Ein hochverdauliches Diätfutter beruhigt – aber es verhindert nicht, dass der Magen-Darm-Trakt weiterhin empfindlich bleibt, wenn die Ursache nicht gefunden wurde.
3. Die wahren Ursachen liegen oft tiefer
Aus ganzheitlicher Sicht als Tiertherapeutin sehen wir immer wieder: Hinter den immer gleichen Symptomen stecken oft komplexe Zusammenhänge wie:
chronischer Stress
eine geschwächte Darmflora (Dysbiose)
unausgewogene Ernährung
minderwertige Proteine oder Zusatzstoffe
Überfütterung oder häufiges Futterwechseln
versteckte Entzündungen
hormonelle Faktoren
Umweltallergene oder Kontaktallergien
Impf- oder Medikamentenvorgeschichte
genetische Prädisposition
Solange diese Faktoren nicht erkannt und adressiert werden, bleibt die Behandlung an der Oberfläche.Symptome sind Botschaften des Körpers – keine Fehler.
4. Ganzheitliche Ernährung: Der Schlüssel zur Stabilität
In der tiertherapeutischen Praxis zeigt sich immer wieder: Langfristige Stabilität kommt meist durch eine individuell abgestimmte, möglichst naturbelassene Ernährung, die:
gut verdaulich ist
echte, hochwertige Zutaten enthält
zur Lebensphase und Aktivität des Hundes passt
die Darmflora stärkt
entzündungshemmend wirkt
das Immunsystem entlastet
frei von unnötigen Zusatzstoffen ist
Erst wenn der Organismus die nötigen Ressourcen bekommt, kann er Selbstheilung anstoßen, Entzündungen beruhigen und Toleranzen wieder aufbauen.
5. Nachhaltige Therapie bedeutet: Ursache finden – nicht Symptome deckeln
Medikamente und Diäten haben ihren Platz, besonders in akuten Phasen.
Doch dauerhafte Gesundheit entsteht dann, wenn wir:
Die individuelle Ursache suchen
Lebensumstände)
Die Ernährung gezielt umstellen – angepasst, hochwertig, nachvollziehbar.
Den Hund als Ganzes betrachten: Verdauung, Psyche, Bewegung, Umfeld.
Das Immunsystem stärken, statt es zu unterdrücken.
Erst wenn diese Bausteine zusammenwirken, beginnen viele Hunde endlich, dauerhaft stabil zu werden.
Fazit
Medikamente und Diätfutter sind wertvolle Werkzeuge – aber sie sind keine nachhaltige Lösung, wenn sie isoliert eingesetzt werden. Sie lindern bloss Symptome, während die wahre Ursache unentdeckt bleibt.
Die Zukunft der Hundeernährung und Gesundheitsbegleitung liegt im Ursachendenken, in einer ganzheitlichen Sicht auf den Hund und in der Stärkung seines Organismus durch artgerechte Ernährung und individuelle Betreuung.
Genau hier setzt die tiertherapeutische Arbeit an: Aufklärung, Begleitung, Ursachenforschung, Ernährungskompetenz – für langfristige Gesundheit.




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