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Warum Medikamente und Diätfutter bei Hunden nur Symptome lindern – und was wirklich langfristig hilft

Ein Aufklärungsbeitrag aus tiertherapeutischer Sicht (Schwerpunkt Ernährung)




Magen-Darm-Probleme, Hauterkrankungen, Allergien und Futterunverträglichkeiten gehören heute zu den häufigsten gesundheitlichen Herausforderungen bei Hunden. Die klassischen tierärztlichen Maßnahmen bestehen meist aus einer Kombination aus Medikamenten und darauf abgestimmten Diätfuttermitteln. Diese Maßnahmen können akut sehr wertvoll sein – sie lindern Symptome, stabilisieren den Hund und sind oft unverzichtbar, wenn ein Tier in einem kritischen Zustand ist.


Doch viele Hundehalter erleben:

Kaum ist das Medikament abgesetzt oder das Diätfutter gewechselt, kehren die Probleme zurück.Hier stellt sich eine wichtige Frage: Warum scheint die Therapie kurzfristig zu helfen, aber nicht langfristig?


1. Medikamente: Notwendig – aber selten ursachenbezogen

Medikamente wie Antiemetika, Durchfallmittel, Cortison oder Allergiemittel spielen in der Akutphase eine wichtige Rolle. Sie:

  • reduzieren Entzündungen

  • stoppen Erbrechen oder Durchfall

  • beruhigen den Juckreiz

  • stabilisieren den Kreislauf

  • geben dem Körper Zeit, sich zu erholen


Doch Medikamente wirken vor allem auf Symptome, nicht auf die Ursache.

Ein Beispiel:

  • Ein Hund mit chronischem Durchfall erhält ein Mittel zur Stabilisierung der Darmflora oder gegen Erbrechen.

  • Das Tier fühlt sich besser – doch warum der Darm überhaupt gereizt ist, bleibt oft ungeklärt.


Auch bei Hautproblemen ist es ähnlich:Cortison, Apoquel oder Cytopoint unterdrücken Juckreiz und Entzündung – aber sie heilen die underlying Ursache nicht.

Langfristig kann dadurch ein Teufelskreis entstehen:Symptom → Medikament → Symptom → Medikament… während die Ursache weiterbesteht.


2. Diätfuttermittel: in schweren Fällen hilfreich, aber nur eine Zwischenlösung


Diätfuttermittel sind ein wichtiges therapeutisches Werkzeug – keine Frage. Bei gesundheitlichen Problemen können sie den Organismus kurzfristig entlasten, sie sind aber in den wenigsten Fällen wirklich notwendig.

Viele dieser Futtermittel sind stark verarbeitet und basieren auf:

  • hydrolysierten Proteinen

  • hochverarbeiteten Kohlenhydratquellen

  • synthetischen Zusätzen

  • Konservierungsmitteln


Sie sind entwickelt, um den Körper zu entlasten, nicht um ihn zu stärken.

Im Fall von Futtermittelunverträglichkeiten bedeutet das: Das Diätfutter reduziert die Reaktion – aber es repariert nicht die Darmbarriere, die häufig gestört ist.

Und bei Magen-Darm-Problemen: Ein hochverdauliches Diätfutter beruhigt – aber es verhindert nicht, dass der Magen-Darm-Trakt weiterhin empfindlich bleibt, wenn die Ursache nicht gefunden wurde.


3. Die wahren Ursachen liegen oft tiefer


Aus ganzheitlicher Sicht als Tiertherapeutin sehen wir immer wieder: Hinter den immer gleichen Symptomen stecken oft komplexe Zusammenhänge wie:

  • chronischer Stress

  • eine geschwächte Darmflora (Dysbiose)

  • unausgewogene Ernährung

  • minderwertige Proteine oder Zusatzstoffe

  • Überfütterung oder häufiges Futterwechseln

  • versteckte Entzündungen

  • hormonelle Faktoren

  • Umweltallergene oder Kontaktallergien

  • Impf- oder Medikamentenvorgeschichte

  • genetische Prädisposition


Solange diese Faktoren nicht erkannt und adressiert werden, bleibt die Behandlung an der Oberfläche.Symptome sind Botschaften des Körpers – keine Fehler.


4. Ganzheitliche Ernährung: Der Schlüssel zur Stabilität


In der tiertherapeutischen Praxis zeigt sich immer wieder: Langfristige Stabilität kommt meist durch eine individuell abgestimmte, möglichst naturbelassene Ernährung, die:

  • gut verdaulich ist

  • echte, hochwertige Zutaten enthält

  • zur Lebensphase und Aktivität des Hundes passt

  • die Darmflora stärkt

  • entzündungshemmend wirkt

  • das Immunsystem entlastet

  • frei von unnötigen Zusatzstoffen ist


Erst wenn der Organismus die nötigen Ressourcen bekommt, kann er Selbstheilung anstoßen, Entzündungen beruhigen und Toleranzen wieder aufbauen.


5. Nachhaltige Therapie bedeutet: Ursache finden – nicht Symptome deckeln

Medikamente und Diäten haben ihren Platz, besonders in akuten Phasen.


Doch dauerhafte Gesundheit entsteht dann, wenn wir:


  1. Die individuelle Ursache suchen


Lebensumstände)


  1. Die Ernährung gezielt umstellen – angepasst, hochwertig, nachvollziehbar.

  2. Den Hund als Ganzes betrachten: Verdauung, Psyche, Bewegung, Umfeld.

  3. Das Immunsystem stärken, statt es zu unterdrücken.


Erst wenn diese Bausteine zusammenwirken, beginnen viele Hunde endlich, dauerhaft stabil zu werden.


Fazit

Medikamente und Diätfutter sind wertvolle Werkzeuge – aber sie sind keine nachhaltige Lösung, wenn sie isoliert eingesetzt werden. Sie lindern bloss Symptome, während die wahre Ursache unentdeckt bleibt.


Die Zukunft der Hundeernährung und Gesundheitsbegleitung liegt im Ursachendenken, in einer ganzheitlichen Sicht auf den Hund und in der Stärkung seines Organismus durch artgerechte Ernährung und individuelle Betreuung.


Genau hier setzt die tiertherapeutische Arbeit an: Aufklärung, Begleitung, Ursachenforschung, Ernährungskompetenz – für langfristige Gesundheit.

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