Die Blase – Speicherung, Ausscheidung und Harnqualität beim Hund
STOFFWECHSEL HUND
Die Blase ist kein „passives Speicherorgan“.
Sie ist ein wichtiger Teil des Ausscheidungssystems und eng verbunden mit:
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Flüssigkeitshaushalt
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Zusammensetzung des Urins
Was über die Blase ausgeschieden wird, sagt viel darüber aus, wie belastet der Stoffwechsel insgesamt ist.
Aufgabe der Blase beim Hund
Die Blase ist zuständig für:
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Speicherung des Urins
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kontrollierte Ausscheidung von Stoffwechselendprodukten
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kurzfristige Regulation der Urinkonzentration
Entscheidend ist dabei nicht nur die Menge, sondern vor allem die Qualität des Urins.
Warum konzentrierter Urin problematisch ist
Ist der Hund dauerhaft zu wenig mit Flüssigkeit versorgt, wird der Urin:
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stark konzentriert
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dunkler
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mineralreicher
Das bedeutet:
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längere Verweildauer von Abfallstoffen in der Blase
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erhöhte Reizung der Blasenschleimhaut
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veränderte chemische Zusammensetzung des Urins
Hier entsteht der Nährboden für viele Blasenprobleme.
Harnkristalle – wie sie entstehen
Harnkristalle entstehen nicht „einfach so“.
Sie bilden sich, wenn mehrere Faktoren zusammenkommen:
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hochkonzentrierter Urin
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veränderte pH-Werte
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erhöhte Mineralstoffbelastung
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zu geringe Flüssigkeitszufuhr
Trockenfutter begünstigt genau diese Bedingungen.
Zusammenhang zwischen Trockenfütterung und Harnkristallen
Trockenfutter:
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liefert kaum Eigenfeuchtigkeit
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enthält konzentrierte Inhaltsstoffe
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zwingt den Körper, Wasser aus dem Organismus bereitzustellen
Wird dieser Flüssigkeitsbedarf nicht vollständig ausgeglichen:
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steigt die Urinkonzentration
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Mineralstoffe können auskristallisieren
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es kommt zur Bildung von Harnkristallen oder -steinen
Dabei ist nicht nur die Zusammensetzung des Futters entscheidend, sondern das Gesamtpaket aus Feuchtigkeit, Verwertbarkeit und Stoffwechselbelastung.
pH-Wert, Mineralien und industrielle Fütterung
Viele industrielle Futtermittel greifen regulierend in den Urin-pH ein.
Kurzfristig kann das Symptome beeinflussen – langfristig jedoch:
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verschiebt sich das natürliche Gleichgewicht
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der Stoffwechsel muss gegenregulieren
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neue Ungleichgewichte können entstehen
Eine natürliche, feuchtigkeitsreiche Ernährung unterstützt hingegen:
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eine physiologische Urinmenge
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eine natürliche Verdünnung
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einen stabileren pH-Wert
ohne den Körper dauerhaft zu „korrigieren“.
Blase, Niere und Darm – ein Zusammenspiel
Blasenprobleme stehen selten isoliert da.
Häufig beteiligt sind:
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die Niere (Filterleistung, Urinkonzentration)
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der Darm (Mineralstoffaufnahme, Ausscheidung)
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die Leber (Entgiftungsarbeit)
Eine Entlastung des gesamten Stoffwechsels wirkt sich oft auch positiv auf die Blasengesundheit aus.
Typische Hinweise auf eine belastete Blase
Mögliche Anzeichen können sein:
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häufiges oder angestrengtes Urinieren
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kleine Urinmengen
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Unsauberkeit
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wiederkehrende Blasenentzündungen
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Harnkristalle im Urin
Diese Symptome sind Signale – keine isolierten „Blasenprobleme“.
Fazit: Die Blase braucht Verdünnung, nicht Konzentration
Die Blase ist darauf ausgelegt, flüssige Stoffwechselendprodukte auszuscheiden.
Je konzentrierter der Urin, desto grösser die Belastung.
Eine Ernährung, die:
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ausreichend Feuchtigkeit liefert
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gut verwertbar ist
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wenig belastende Rückstände erzeugt
unterstützt die Blase auf ganz natürliche Weise.

„THERAPIE MIT TROCKENFUTTER - EIN KRITISCHER BLICK“
Bei Nieren- und Blasenproblemen werden häufig spezielle
Tierarzt-Trockenfutter als „Therapie“ empfohlen.
Diese sollen Mineralstoffe regulieren, den pH-Wert beeinflussen oder die Harnwege entlasten.
Was dabei oft übersehen wird:
Trockenfutter bleibt Trockenfutter.
Es enthält kaum Eigenfeuchtigkeit – genau das, was Niere und Blase
in belasteten Situationen am dringendsten benötigen.
Statt Ursachen zu entlasten, wird häufig:
an Symptomen reguliert
chemisch eingegriffen
mit konzentrierter Nahrung weitergearbeitet
Aus ganzheitlicher Sicht stellt sich die Frage:
Wie sinnvoll ist eine „Therapie“, die dem Körper weiterhin Wasser entzieht,
während genau Flüssigkeit für Verdünnung, Ausscheidung
und Entlastung entscheidend wäre?
Viele Stoffwechselprobleme entwickeln sich schleichend über Jahre.
Sie entstehen nicht plötzlich – und sie lassen sich oft auch nicht nachhaltig lösen, indem man am Ende nur noch verwaltet, was vorher lange übersehen wurde.
Aufklärung bedeutet nicht, Schuld zu verteilen, sondern Zusammenhänge zu verstehen – bevor irreversible Schäden entstehen.
Mehr zu meiner Haltung gegenüber Tierarztfutter und symptomorientierter
Ernährung findest du hier:
VIELE HÄUFIGE FRAGEN ZUR HUNDEERNÄHRUNG
HABE ICH HIER ZUSAMMENGEFASST

WAS VIELE UNTERSCHÄTZEN
Trockenfutter enthält kaum Eigenfeuchtigkeit.
Um eine Portion Trockenfutter (hier 1 Glas) zu verarbeiten, müsste ein Hund – je nach Zusammensetzung – zusätzlich etwa 6 bis 8 Gläser Wasser
(pro Glas Futter wohlgemerkt ) trinken, um den fehlenden Feuchtigkeitsanteil auszugleichen.
Wie viel Wasser braucht ein Hund wirklich für Trockenfutter?
Natürliche Nahrung besteht zu einem grossen Teil aus Feuchtigkeit.
Frisches Fleisch, Innereien und natürliche Komponenten liefern dem Körper Wasser direkt über die Nahrung.
Trockenfutter hingegen entzieht dem Körper Flüssigkeit, weil:
es im Verdauungstrakt aufquellen muss
Wasser aus dem Organismus gezogen wird
Viele Hunde trinken nicht ausreichend und auch kein Hund der genug trinkt, in dieser Menge, um diesen Flüssigkeitsverlust auszugleichen – selbst wenn jederzeit Wasser zur Verfügung steht.
„Mein Hund frisst seit Jahren Trockenfutter – und ihm geht es gut“
Ein häufiges Argument ist:
„Mein Hund frisst seit Jahren Trockenfutter und hatte nie Probleme.“
oder ein weiteres Argument:
Das ist für uns kein Problem - wir weichen das Trockenfutter vorher ein
Jedoch ist auch diese Massnahme nicht gesundheitsförderlich, da mit dem Einweichen auf die Konzentration der Magensäure eingewirkt wird, der übermässig hohe Stärkeanteil stark den Organismus belasten kann und die Menge an benötigter Feuchtigkeit auch auf diese Weise dem Lebewesen nicht zugeführt wird.
Prävention statt Abwarten
Genau deshalb ist es so wichtig, nicht erst zu reagieren, wenn es zu spät ist.
Eine Hanrweg-schonende, natürliche und feuchtigkeitsreiche Ernährung:
entlastet die Harnwege
reduziert Stoffwechselabfälle
unterstützt die Harnwege langfristig
Man muss nicht warten, bis Symptome entstehen.
Viele Belastungen lassen sich präventiv vermeiden, bevor sie irreversibel werden.
Die Blase ist genau wie die Niere nach TCM
also aus ganzheitlicher Sicht ein Wasserorgan
- also sollten wir diese Organe doch auch mit ausreichend Feuchtigkeit unterstützen -
Ernährung ist kein kurzfristiger Trend, sondern eine tägliche Entscheidung für Entlastung oder Belastung.
