CODEX Hundehalter
- Die Menschen-Trainerin für Hunde

- 18. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Respekt beginnt im Kleinen – ein Codex für Begegnungen im öffentlichen Raum

Wenn wir es im Kleinen nicht schaffen, respektvoll miteinander umzugehen – wenn wir unser Nein rechtfertigen müssen, wenn Rücksicht als Zumutung empfunden wird – wie wollen wir dann im Großen Frieden, Vertrauen und Gemeinschaft leben?
Dieser Codex ist bewusst schlicht gehalten. Es geht nicht um Regeln, Verbote oder Schuldzuweisungen, sondern um gegenseitigen Respekt. Um das Anerkennen von Grenzen. Und um die Einsicht, dass öffentlicher Raum nur dann funktioniert, wenn wir einander sehen.
1. Respekt ist, ein Nein zu akzeptieren
Kein Hundehalter ist verpflichtet, Hundekontakt zuzulassen.
Wenn ein Hundehalter mit angeleintem Hund entgegenkommt, dann hat er seine Gründe dafür.
Er signalisiert so, ICH MÖCHTE KEINEN HUNDE-KONTAKT.
Seine Gründe müssen nicht erklärt werden.
Oder auch „Heute lieber nicht“ ist vollständig und ausreichend.
Respekt heißt: nicht diskutieren, nicht kommentieren, nicht bewerten.
2. Rücksicht unter Hundehaltern
Begegnet man einem angeleinten Hund, wird der eigene Hund ebenfalls kommentarlos und ruhig angeleint, das signalisiert dem anderen Hundehalter, dass man seinen Hund unter Kontrolle hat und schafft Entspannung.
Ideal ist es, wenn beide Hunde auf der jeweils abgewandten Seite an kurze Leine genommen werden und so mit ausreichend Abstand gekreuzt werden kann.
Hundebegegnungen sind für viele Hunde und ihre Menschen so schon eine grosse Herausforderungen, mit Deinem Verhalten hilfst Du, dass es friedlicher und entspannter wird und durch Dein Verhalten nicht noch zusätzlich negative Erfahrungen gemacht werden.
Kein frontales Aufeinanderzugehen – Abstand oder leichten Bogen laufen entschärft Situationen.
Kein an der langen Leine seinen Hund diagonal in Richtung anderer
Hund laufen lassen.
Aussagen wie „Der tut nichts“ ersetzen weder Rücksicht noch Kontrolle.
Ein kurzer Blick oder ein freundliches Nachfragen schafft Klarheit und Vertrauen.
3. Rücksicht auf andere Wegnutzer
Jogger
Hunde rechtzeitig sichern.
Kein Hinterherlaufen, kein Erschrecken.
Geschwindigkeit wirkt für viele Hunde bedrohlich – Vorsicht auf beiden Seiten.
Fahrradfahrer
Frühzeitig bemerkbar machen.
Tempo reduzieren und nicht respektlos vorbeibrettern.
Hunde nicht schneiden oder bedrängen.
Pferde
Abstand halten. Auch der Hund des Reiters ist bitte mit einer Leine gesichert.
Hunde ruhig sichern.
Pferde sind Fluchttiere – Gelassenheit schützt alle Beteiligten.
4. Respekt ist keine Einbahnstraße
Rücksicht endet nicht beim Hundehalter.
Wer erlebt, dass ein Hundehalter seinen Hund sichert, kontrolliert oder ausweicht, darf das anerkennen.
Ein kurzer Gruß, ein Dankeschön oder ein Lächeln kostet nichts – bewirkt aber viel.
Arrogantes Vorbeifahren, Ignorieren oder Selbstverständlichkeit untergräbt das Miteinander.
5. Frieden beginnt im Alltag
Frieden beginnt nicht in großen Worten, sondern in kleinen Gesten:
im Anleinen ohne Aufforderung
im Akzeptieren eines Neins
im Abbremsen, im Ausweichen
im Danke sagen
Wenn wir lernen, einander im Kleinen ernst zu nehmen, wird das Große möglich.




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